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Der König der purpurnen Stadt von Gablé, Rebecca (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe E-Books
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Online verfügbar

Der König der purpurnen Stadt

London im Jahr 1330: Der achtzehnjährige Jonah hat kein leichtes Leben als Lehrjunge im Haushalt seines Cousins. Einzig seine Großmutter schenkt ihrem verwaisten Enkel ein wenig Zuneigung. Doch eine Begegnung mit König Edward und Königin Philippa lenkt Jonahs Schicksal in neue Bahnen. Er findet Aufnahme in der elitären Londoner Tuchhändlergilde, und gemeinsam mit Königin Philippa revolutioniert er die englische Tuchproduktion. Aber je größer sein Erfolg, desto heimtückischer werden die Intrigen seiner Neider...

Produktinformationen

    Größe: 5928kBytes
    Herausgeber: Bastei Lübbe E-Books
    Untertitel: Historischer Roman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 960
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783838709505
    Ausgabe: 1. Aufl.

Der König der purpurnen Stadt

" 1337-1340 Wanderjahre (S. 366-367)
London, Februar 1337
Der Vormittag war schon fortgeschritten; die grelle Wintersonne tauchte die Hafenarbeiter und Tagediebe am Kai, die gestapelten Waren und Fuhrwerke aller Art in ihr weißliches Licht, als die Philippa an der Pauls Wharf festmachte. "Das war knapp, Sir", gestand der Kapitän dem Schiffseigner. "In einer halben Stunde setzt die Ebbe ein." Jonah nickte. "Gut gemacht, Hamo." Dann legte er dem Vornehmsten seiner Passagiere kurz die Hand auf den Arm.
"Es ist überstanden, Gervais." er junge Earl of Waringham saß an die Bordwand gelehnt auf den Planken, den Kopf erschöpft zurückgelehnt, und er war leichenblass. Jetzt öffnete er die Augen und seufzte tief. "Gott sei gepriesen. Nichts gegen deine Kogge, Jonah, versteh mich nicht falsch. Nirgendwo göbelt es sich so komfortabel wie an Bord deines Schiffes. Aber ich wünschte, der König hätte mich in den Highlands gelassen, statt mich auf den Kontinent zu schicken."
"Aber leider ist der Krieg mit Schottland vorüber." Vor vier Jahren hatte König Edward den Schotten bei Halidon Hill die erste vernichtende Niederlage beigebracht. Ganz England hatte gejubelt – die Schmach der Schlacht von Bannockburn und des schändlichen Friedens von Northampton war endlich getilgt. Doch Balliols mangelndes politisches Geschick und die Unterstützung des Widerstandes durch den französischen König hatten den Krieg immer wieder aufs Neue angefacht, bis Edward im vergangenen Sommer endlich zu einem letzten großen Feldzug aufgebrochen war.
Bei seiner Rückkehr ließ er Besatzungstruppen bis hinauf nach Edinburgh zurück und übertrug den Oberbefehl seinem vertrauten, kampferfahrenen Cousin Henry Grosmont. "Du hast Recht", räumte Waringham matt ein. "Jetzt, da ihr kleiner König David nach Frankreich geflohen ist, ist den Schotten die Lust vergangen. Aber ich muss dir ganz ehrlich sagen, Jonah, ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn wir ein paar Monate Pause gemacht hätten, ehe wir den nächsten Krieg anfangen." "Das sagst du nur, weil du seekrank bist", mutmaßte Jonah. Das Schiff stieß ein wenig unsanft an die Kaimauer und schlingerte.
Der Kapitän errötete, Waringham kniff die Augen zu und presste die Hand vor den Mund. Er atmete einige Male tief durch, ehe er antwortete: "Nein, im Ernst. Ich hätte gern mal ein Jährchen Zeit, um mir endlich eine Frau zu suchen und mich um meine Pferdezucht zu kümmern. Was tue ich stattdessen? Ich reise alle naselang über dieses grässliche Meer in die Niederlande, um irgendwelchen Grafen und flämischen Pfeffersäcken auf den Zahn zu fühlen.""

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